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Buddhismus   
 
Der Buddhismus ist eine Weltreligion mit einer nunmehr zweieinhalbtausend-jährigen ungebrochenen Überlieferung.
Die buddhistische Lehre wendet sich an alle suchenden Menschen, unabhängig von Nationalität, sozialer Herkunft und Geschlecht. Sie weist Wege aus Leid und Unvollkommenheit zu zeitlosem Glück und aktivem Mitgefühl.
Die »Vier Edlen Wahrheiten« (siehe unten) bilden ihren Kern.
Die wesentlichen Merkmale und Übungen dieses spirituellen Weges sind sinnvoll-mitfühlendes Verhalten, Meditation und überpersönliche Sichtweise. Dabei stellt die Lehre des Buddha den Menschen immer in seine eigene Verantwortung. Sie zeichnet sich zudem durch Toleranz, Dogmenfreiheit und Vermeiden von Gewalt aus.
Einen Anspruch auf alleingültige Wahrheiten erhebt sie nicht.
 

Die Vier Edlen Wahrheiten:  
 
Die Grundlage der Lehre des Buddha sind die vier edlen Wahrheiten, die er in seiner
allerersten Rede in heutigen Sarnath bei Benares erläuterte.
 
  • Wahrheit vom Leiden:
    Das Leben im Kreislauf der Wiedergeburten ist letztlich leidvoll.
    Dies ist zu durchschauen. (Dukkha Sacca)

  • Wahrheit von der Ursache des Leidens:
    Die Ursachen des Leidens sind Anhaftung, Abneigung und Unwissenheit.
    Sie sind zu überwinden. (Samudaya Sacca)

  • Wahrheit von der Aufhebung des Leidens:
    Es gibt einen Zustand jenseits von Leid. Dieser ist zu verwirklichen. (Nirodha Sacca)

  • Wahrheit vom Weg zur Aufhebung des Leidens:
    Zu diesem Ziel führt ein Weg: die Anwendung der Mittel. (Magga Sacca)
Die vier edlen Wahrheiten können auch als der kürzeste Ausdruck der gesamten Lehre des Buddha und als der gemeinsame Nenner aller buddhistischen Richtungen bzw. Schulen genommen werden.
Die erste Wahrheit besagt, dass alle rein weltlichen, relativen Daseinsformen ungenügend (Dukkha) und leidvoll sind im Verhältnis zum dauerhaften Glück, zur Weisheit und zum Mitgefühl eines Buddha. Sie stellt die Diagnose unseres Daseins dar.   Die zweite Wahrheit beinhaltet die Ursachenanalyse. Die Ursache des Leidens ist in unserem eigenen Geist zu finden: Verhaftetsein in der Welt durch Unwissenheit, Abneigung und Begehren (Tanha)   Die dritte Wahrheit lehrt, dass es ohne "Anhaften" (Nirodha) kein Leid gibt, und die wahre Natur des Geistes in sich freudvoll ist.   Die vierte Wahrheit beschreibt den praktischen Weg (Magga), der zur Leidensüberwindung führt. Diesen Weg zeigt die Lehre des Buddha, dargelegt im dreifachen Drehen des Dharmarades (drei Lehrzyklen), wo auch der edle Achtfache Pfad beschrieben ist (siehe unten).
 

Der Achtfache Pfad:   
 
Er stellt eine praktische Wegweisung zur vollständigen Überwindung des Leidens und der Verwirklichung der wahren Natur unseres Geistes und seiner Qualitäten dar. Nirvana wird erreicht, wenn alle nachfolgenden acht Elemente erfolgreich gemeistert werden:
  1. Rechte Ansicht (Samma Ditthi)
  2. Rechtes Denken (Samma Sankappo)
  3. Rechte Rede (Samma Vaca)
  4. Rechte Handlung (Samma Kammanto)
  5. Rechter Lebenserwerb (Samma Ajivo)
  6. Rechte Anstrengung (Samma Vayamo)
  7. Rechte Achtsamkeit (Samma Sati)
  8. Rechte Meditation (Samma Samadhi)
In einer anderen, kompakteren Form wird der Weg dreigliederig dargestellt:
 
  1. Weisheit (Panna):
    Hierunter fallen Rechte Ansicht (Samma Ditthi) sowie Rechtes Denken (Samma Sankappo).
  2. Ethik (Sila):
    Hierunter fallen Rechte Rede (Samma Vaca), Rechte Handlung (Samma Kammanto)
    sowie Rechter Lebenserwerb (Samma Ajivo).
  3. Sammlung (Samadhi):
    Hierunter fallen Rechte Anstrengung (Samma Vayamo), Rechte Achtsamkeit (Samma Sati)
    sowie Rechte Meditation (Samma Samadhi).

Das dreimalige Drehen des Dharmarades:   
 
Das Drehen des Dharmarades bedeutet, dass der Buddha nicht nur für die Schüler, die ihn persönlich treffen konnten, gelehrt hat, sondern dass seine Belehrungen von der Zeit an für das ganze kommende Zeitalter zur Verfügung stehen.
  • Das erste Drehen des Dharmarades:
     
    Hier lehrte der Buddha zuerst einmal, was positives Handeln ist, und wie man negatives Handeln vermeidet, die vier edlen Wahrheiten, den edlen achtfachen Pfad usw.
    Allgemein hat er die Verbindung von Ursache und Wirkung, also die Funktionsweise von Karma erklärt.
    Durch das Überwinden der Anhaftung an diese Welt und des negativen Karmas erlangt man als Frucht die Arhatschaft, den Zustand von Frieden im Geist.

  • Das zweite Drehen des Dharmarades:
     
    In Rajgir, nähe Bodhgaya, lehrt Buddha hauptsächlich die Prajnaparamita-Lehren, die höchsten Weisheitsbelehrungen.
    Das Mahayana zeichnet sich durch großes Mitgefühl und ein Verständnis der Leerheit aus, der raumgleichen Natur unseres Geistes.  
    Auf den Bodhisattva-Stufen vollendet man dann, zum Wohle aller Wesen, die befreienden Handlungen, die Paramitas, bis zur Erlangung der vollen Buddhaschaft.

  • Das dritte Drehen des Dharmarades:
     
    Dies geschah an verschiedenen Orten (z.B. Vaishali und Shravasti), hier lehrte der Buddha den Schülern mit besonderen Vertrauen in die Natur ihres eigenen Geistes das »geheime« Vajrayana (Mantrayana). 
    Die Belehrungen über die allen Wesen innewohnende Buddhanatur, die schon mit allen perfekten Qualitäten der Erleuchtung ausgestattet ist, ermöglichen durch Identifikation mit den Buddha-Eigenschaften einen speziellen Weg, um die volle Erleuchtung zu erlangen.
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